BKK SBH bleibt weiterhin eine der günstigsten Krankenkassen der Region – der Zusatzbeitrag bleibt stabil bei 0,98 Prozent.

Der Verwaltungsrat der BKK SBH hat in seiner Sitzung am 21. Dezember 2021 beschlossen den Zusatzbeitrag ab 01.01.2022 bei günstigen 0,98 Prozent zu belassen. Damit erhebt die BKK SBH einen Zusatzbeitrag der unter dem Bundesdurchschnitt liegt und ist damit eine der günstigsten Kassen in der Region. Aktuell beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung 1,3 Prozent. Weiterlesen “BKK SBH bleibt weiterhin eine der günstigsten Krankenkassen der Region – der Zusatzbeitrag bleibt stabil bei 0,98 Prozent.”

Ab Montag 29.11.2021 eingeschränkter Zutritt zu unseren Kundencenter

Aufgrund der pandemischen Lage, ist ein Besuch unserer Kundencenter ab Montag, den 29.11.2021 nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Termine können Sie unter folgender Telefonnummer vereinbaren: 07425 94003-0. Der Zutritt zum  Termin ist nur mit Nasen- und Mundschutz sowie Erfüllung der 3G Regel möglich. D.h. es muss ein gültiger Impfschutz, gültiger  Genesenennachweis oder ein gültiges, negatives Testergebnis (Zertifikat erforderlich) nachgewiesen werden. Unterlagen können Sie jederzeit bei uns im Briefkasten einwerfen. Wir werden diese umgehend bearbeiten. Der Einfachste Weg zu uns ins Haus führt über unsere Onlinegeschäftsstelle bzw. Kunden-App. Diese können Sie über folgenden Link aufrufen: https://bkk-sbh.de/service/online-geschaeftsstelle/

Besten Dank für Ihr Verständnis!

Kundencenter nur für Beratungszwecke

Aufgrund er aktuell stark ansteigenden Coronafallzahlen möchten wir Sie bitten nur zu Beratungszwecken unsere Kundencenter aufzusuchen. Sollten Sie lediglich Dokumente abgeben wollen, dann werfen Sie diese bitte in unseren Briefkasten ein.
Herzlichen Dank. Ihre BKK SBH.

Umzug ins neue Gesundheitscenter am Marktplatz 14 in Trossingen.

Ab 11. Oktober 2021 finden Sie unsere Kundenberatung in den neuen Räumlichkeiten am Marktplatz 14, 78647 Trossingen.

Aufgrund der positiven Unternehmensentwicklung benötigt die BKK SBH weitere Geschäftsräume. Mit dem Erwerb des Erdgeschosses im „Neubau“ am Marktplatz 14, haben wir die idealen Voraussetzungen gefunden. Zukünftig beraten wir Sie in den neuen, offenen und modernen Räumlichkeiten. In der Löhrstraße 45 verbleibt die Hauptverwaltung der BKK SBH. Besonders freut es uns, dass wir durch die Erweiterung den Standort Trossingen stärken.

Doch damit nicht genug: Unsere beliebten Gesundheits- und Präventionsangebote finden ab Oktober ebenfalls am Marktplatz 14 statt. Das dort neu angesiedelte Gesundheitscenter der BKK SBH verfügt über einen großen, attraktiven Fitnessraum mit Umkleiden und Duschmöglichkeiten. Hier werden wir künftig unsere beliebten Gesundheitskurse wie Rückenfit, Yoga und auch Fachvorträge durchführen. Eine Küche für Veranstaltungen rund um das Thema Ernährung steht auch bereit. Parkmöglichkeiten sind vorhanden.

Wir freuen uns sehr, Sie mit unserem neuen Beratungs- und Präventionsangebot am Marktplatz 14 begrüßen zu dürfen. Schauen Sie doch einfach vorbei.

Unser aktuelles Gesundheitsprogramm finden Sie auf Link: bkk-sbh.de/gesundheitskurse-herbst-2021/. Melden Sie sich schnell an, es sind nur noch wenige Plätze frei.

Bitte beachten Sie, dass die Hauptverwaltung in der Löhrstraße 45 aufgrund des Umzugs ab Donnerstag, 07.10.2021 ab 16 Uhr und Freitag, 08.10.2021 ganztags geschlossen sein wird.

Gesundheitskurse Herbst 2021

Die BKK SBH beteiligt sich an qualitätsgesicherten Präventionskursen verschiedenster Anbieter rund um Ihre Gesundheit:

Wir erstatten 85 % der Kurskosten für bis zu zwei Kurse pro Kalenderjahr, insgesamt bis zu 250 € pro Jahr.

Dies bezieht sich auf die Themenfelder Bewegung und Stressreduktion/Entspannung. Die Kursthemen reichen hierbei von Aquajogging, Nordic Walking oder Pilates über Autogenes Training, Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik bis hin zu Tai-Chi-, Ernährungs- und Nichtraucherkursen.

Der Zuschuss kann bis 30. Juni für das zurückliegende Kalenderjahr beantragt werden.
Klären Sie bitte zuvor mit uns ab, ob es sich um ein förderfähiges Angebot handelt.

Eine Teilnahmebescheinigung für die Bestätigung Ihres Gesundheitskurses erhalten Sie bei Ihrer BKK SBH oder hier als Download.

Darüber hinaus bietet die BKK SBH eine Vielzahl von eigenen Gesundheitskursen im Wert von über 1.300 Euro an. Diese Kurse sind für Versicherte kostenfrei.

Sie möchten unser aktuelles Gesundheitsprogramm direkt nach der Erscheinung erhalten? Dann hinterlassen Sie uns hier Ihre aktuellen Kontaktdaten und wir lassen Ihnen dies per E-Mail zukommen.

Vorname*

Name*

Geburtsdatum*

Telefonnummer*

E-Mail Adresse*

Mit dem Absenden Ihrer Daten stimmen Sie zu, dass wir diese zum Versenden des Gesundheitsprogramms verwenden dürfen.

*Pflichtfeld

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise zu diesem Formular.

Kinderwunschkonsil – Telemedizin miteinander gestalten

Experten des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V. (BRZ) haben mit Experten des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. (BVF) ein fachärztliches telemedizinisches Konsil zum Thema „ungewollt Kinderlos“ entwickelt, für das man sich ab Mitte März anmelden kann.

Zum ersten E-Health-Projekt in der Gynäkologie – dem Kinderwunschkonsil hat der FRAUENARZT ein Interview mit beteiligten Experten geführt:

KD: Dr. Klaus Doubek, Wiesbaden (2. Vorsitzender des BVF),

UK: PD Dr. med. Ulrich A. Knuth, Hamburg (kommissarischer Vorsitzender des BRZ) und

MB: Dr. med. Matthias Bloechle, Berlin (BVF und BRZ)

… das Kinderwunschkonsil (KIWUKONS) ist das erste telemedizinische Konsil in der Gynäkologie, das niedergelassene Frauenärzte mit Reproduktionsmedizinern vernetzt, um Paare mit bisher unerfülltem Kinderwunsch gemeinsam zu unterstützen. Das KIWUKONS bietet teilnehmenden Frauenärzten die Möglichkeit, die Behandlung ungewollt kinderloser Paare in ihren Praxen zu optimieren. Den Reproduktionsmedizinern schafft das Konsil die Möglichkeit, im Bedarfsfall nach ausgereizter Therapie in der Basisversorgung direkt mit Maßnahmen der assistierten Reproduktion fortfahren zu können. Es geht dabei also um eine Kooperationsförderung zum Vorteil von den behandelnden Ärzten und Patientinnen bzw. Paaren. Es geht aber auch darum, gemeinsam erste Erfahrungen auf dem Gebiet der Telemedizin zu machen und zu begreifen, wie wir digitale Lösungen für unseren Berufsalltag nutzen können.

1. Welche Vorteile bietet dieses Angebot für teilnehmende Ärzte?

KD: „Es gibt Vorteile auf unterschiedlichen Ebenen – sei es bei der monetären Honorierung oder der Dankbarkeit zufriedener Paare“
Für die beteiligten Ärzte sowie für die ungewollt kinderlosen Paare entstehen aus der Kooperation Chancen und Vorteile, wie:

  • transparentes strukturiertes Vorgehen,
  • rationale und rationelle Stufendiagnostik,
  • verbesserte Patientenbindung und -zufriedenheit,
  • ein Zugewinn an endokrinologischem Fachwissen in der Niederlassung
  • und bei der Außendarstellung unserer frauenärztlichen Kompetenz.
  • ein zusätzliches und extrabudgetäres Honorar,

Es findet ohne langatmige Abläufe eine qualifizierte Überleitung von der Frauenarztpraxis hin zum Spezialisten statt. Wir vermeiden redundante Doppeluntersuchungen mit positiven Aspekten zur Entlastung des Gesundheitssystems und bezüglich unserer Honorarvolumina.

Weiterhin haben wir uns bewusst für einen möglichst niedrigschwelligen Einstieg in digitale Kommunikationsformen und die Anbindung von Technologien für unsere Fachgruppe entschieden, die für die zu betreuende Generation längst im Alltag angekommen ist und die in der zukünftigen medizinischen Versorgung eine wachsende Rolle spielen wird.

UK: „Eine ökonomischere Behandlung ungewollt kinderloser Paare wird möglich“
Durch die strukturierte Informationserfassung über die zugrunde liegende App werden wichtige Parameter für die Beurteilung eines Falles standardisiert gesammelt, um daraus das weitere Vorgehen festzulegen. Für den erfahrenen Frauenarzt, der bereits selbst durch seine langjährige Tätigkeit und die Therapie kinderloser Paare die notwendigen Fachkenntnisse besitzt, wird die Erfassung wichtiger anamnestischer Daten erleichtert. Für weniger versierte Kollegen, bietet das telemedizinische Konsil durch seine App eine Leitschiene, um wichtige Vorbefunde strukturiert zu erheben.

Je nach Erfahrung, kann der Frauenarzt in der Grundversorgung mit diesen Daten direkt den Ratschlag eines erfahrenen Reproduktionsmediziners einholen, um zunächst das weitere Vorgehen mit eigenen Mitteln festzulegen. Dabei bleibt die Behandlung in der Hand des Frauenarztes, der die Patientin vermutlich bereits über längere Zeit betreut hat. Wenn nach der 1. Beurteilung und entsprechenden Behandlungsmaßnahmen keine Schwangerschaft eintritt, kann das Behandlungskonzept durch das 2. Konsil noch einmal hinterfragt und ausgeweitet werden. Sollte sich aufgrund der 1. Daten bereits eine sehr niedrige Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung mit konservativen Mitteln ergeben, geht keine Zeit verloren, da umgehend eine Vorstellung in einer Praxis für assistierte Reproduktion geplant werden kann.

UK: „Eine ökonomischere Behandlung ungewollt kinderloser Paare wird möglich“
Durch die strukturierte Informationserfassung über die zugrunde liegende App werden wichtige Parameter für die Beurteilung eines Falles standardisiert gesammelt, um daraus das weitere Vorgehen festzulegen. Für den erfahrenen Frauenarzt, der bereits selbst durch seine langjährige Tätigkeit und die Therapie kinderloser Paare die notwendigen Fachkenntnisse besitzt, wird die Erfassung wichtiger anamnestischer Daten erleichtert. Für weniger versierte Kollegen, bietet das telemedizinische Konsil durch seine App eine Leitschiene, um wichtige Vorbefunde strukturiert zu erheben.

Je nach Erfahrung, kann der Frauenarzt in der Grundversorgung mit diesen Daten direkt den Ratschlag eines erfahrenen Reproduktionsmediziners einholen, um zunächst das weitere Vorgehen mit eigenen Mitteln festzulegen. Dabei bleibt die Behandlung in der Hand des Frauenarztes, der die Patientin vermutlich bereits über längere Zeit betreut hat. Wenn nach der 1. Beurteilung und entsprechenden Behandlungsmaßnahmen keine Schwangerschaft eintritt, kann das Behandlungskonzept durch das 2. Konsil noch einmal hinterfragt und ausgeweitet werden. Sollte sich aufgrund der 1. Daten bereits eine sehr niedrige Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung mit konservativen Mitteln ergeben, geht keine Zeit verloren, da umgehend eine Vorstellung in einer Praxis für assistierte Reproduktion geplant werden kann.

MB: „Kompetenzgewinn, der für Patientinnen direkt spürbar wird“
Die Vorteile des telemedizinischen Konsils, welches niedergelassene Frauenärzte mit den Reproduktionsmedizinischen Zentren vernetzt, sind vielfältig. Die niedergelassenen Frauenärztinnen und -ärzte können gegenüber ihren Patientinnen ihre Kompetenz auch in Fragen von Gynäkologischer Endokrinologie und unerfülltem Kinderwunsch unter Beweis stellen. Sie dokumentieren, dass sie gut vernetzt sind und ihre Patientinnen nicht umgehend in u.U. räumlich weit entfernte Zentren überweisen müssen. Im Erfolgsfalle wird die Patientin ihre Frauenärztin bzw. ihren Frauenarzt als besonders kompetent wahrnehmen – schließlich haben deren Interaktion mit dem Reproduktionsmedizinischen Zentrum zur Schwangerschaft geführt – zudem ergibt sich daraus oftmals eine anschließende Schwangerenbetreuung.

„Eine Weichenstellung zum Vorteil aller Beteiligten“

Für die Reproduktionsmedizinischen Zentren eröffnet die Zusammenarbeit im Rahmen des telemedizinischen Konsils die Option, nur die Patientenpaare zu empfangen, welche unabdingbar in das Zentrum kommen müssen. Die weniger komplizierten Fälle können über das telemedizinische Konsil erfolgreich am Heimatort behandelt werden. Die Hemmschwelle eines Kontakts zu Reproduktionsmedizinischen Zentren wird gesenkt, so dass mehr Patientenpaare, welche einer aufwändigeren Behandlung bedürfen, Zugang zu einem Reproduktionsmedizinischen Zentrum finden werden.

2. In Deutschland werden jedes Jahr etwa 110.000 IV-Behandlungen durchgeführt. Der Beratungsbedarf ist aber viel höher. Wie können Frauen und Paare von diesem neuen Angebot in der gynäkologischen Praxis profitieren? Welche Vorteile ergeben sich für die betroffenen Paare, falls Sie nach einer virtuellen Vorstellung dann auch zur Behandlung in ein IV-Zentrum kommen?

KD: Die Patientinnen und ihr Partner profitieren zum einen von einem puren Zeitgewinn und einer verbesserten Diagnosesicherheit. Zum anderen dürfen sie von einer hohen Behandlungssicherheit durch die zwangsläufigen Assoziationen weiterer medizinischer Aspekte und präventiver Maßnahmen bei definitivem Kinderwunsch (z.B. präkonzeptionelle Maßnahmen, wie Lifestyleänderungen, Umgang mit Nikotin und Alkohol, Arzneimitteleinnahme inkl. OTC sowie Supplementation mit Folsäure und Jod und natürlich Impfprävention etc.) ausgehen, von der auch ihr Nachwuchs profitiert.

UK: „Zeitersparnis kommt Ärzten wie ungewollt kinderlosen Paaren zugute“
Die genannte Zahl erstreckt sich auf Behandlungszyklen und schließt geschätzter Weise lediglich 50-60.000 Paare ein. Geht man davon aus, dass bei konservativer Schätzung 9 % aller Frauen im reproduktionsfähigen Alter an unerfülltem Kinderwunsch leiden, ist die Zahl der betroffenen Paare um ein Vielfaches höher. Immer wieder muss man erleben, dass wertvolle Zeit bei der Diagnosestellung verloren geht und keine konsequente Therapie für einfache Einschränkungen auf männlicher, wie weiblicher Seite durch den ersten behandelnden Arzt erfolgt. Durch das Kinderwunschkonsil soll durch die Kooperation mit den Experten möglichst frühzeitig der Pfad für eine konsequente Behandlung festgelegt werden. Sollte dieser innerhalb eines Jahres nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann die Überleitung zu Maßnahmen der assistierten Reproduktion ohne Verzögerung erfolgen.

MB: „Absenken der Hemmschwelle zum Aufsuchen eines Reproduktionsmedizinischen Zentrums“
Die Hemmschwelle, ein Reproduktionsmedizinisches Zentrum aufzusuchen, ist immer noch hoch – wahrscheinlich gibt es hier auch regionale Unterschiede zwischen Metropolregionen und ländlichen Gebieten. Die räumlichen Distanzen und die damit verbundenen Fahrzeiten können erheblich sein. In manchen Fällen muss eine Patientin einen ganzen Arbeitstag für den Besuch eines Reproduktionsmedizinischen Zentrums opfern. Wegen eines unzureichenden öffentlichen Verkehrsangebots müssen diese Wege oftmals mit dem PKW zurückgelegt werden. Ich erlebe, dass der Großstadtverkehr Patientenpaare, welche vom Lande kommen, oftmals ängstigt. Auch die ökologische Frage ist dabei zu betrachten – es ist ein Vorteil, wenn die Patientinnen weniger Kilometer zurücklegen müssen.

3. Welche Informationen werden für eine Anfrage im Konsil benötigt? Warum sind diese standardisierten Informationen wichtig, um einen Fall aus Sicht des Experten zu beurteilen?

KD: „Standardisierte Schritte erleichtern eine gezielte Versorgung und berücksichtigen ein wirtschaftlich interessantes Vorgehen“
Anamnese, klinische Untersuchung und Ultraschall vaginal sind uns aus der täglichen Routine bekannt. Serologische und infektiologische/mikrobiologische Laborparameter müssen dabei aber in aller Regel nicht nach dem Prinzip „Immer und Alles“ erhoben werden: Simulationsberechnungen mit maximaler Laborveranlassung – d.h. mit allen in der APP aufgeführten Parametern – zeigen bei Berechnung des “Wirtschaftlichkeitsbonus” gemäß GOP 32001, dass dieser erst über ca. 12 BHF/Quartal im Vertrag zum telemedizinischen Kinderwunschkonsil – auf Basis einer 1000 Scheine Praxis – den unteren begrenzenden Fachgruppenfallwert von 1,00 € tangiert. Bekanntermaßen kommt es zu keinem Malus, wenn der WiBo abgeschmolzen wird, d.h. der Fachgruppenfallwert von 2,60 € überschritten wird. Dies tritt in der Simulation ab 30 Fällen ein. Die Erlöse des Vertrages stehen stets auf der Haben-Seite.
Die Wirtschaftlichkeit der Laborleistungen berechnet sich anhand des arztpraxisspezifischen Fallwertes der eigenerbrachten, per Auftrag veranlassten oder von Laborgemeinschaften bezogenen Laborkosten im Vergleich zum oberen (2,60€) bzw. unteren (1,00€) begrenzenden Fachgruppenfallwert gemäß EBM. Für Praxen mit mehreren Ärzten ergeben sich die arztgruppenbezogene Bewertung der GOP 32001 EBM und die oberen und unteren begrenzenden Fallwerte als Mittelwert anhand der relevanten Arztfälle der berechtigten Ärzte.

UK: „Erfassung weniger definierter Parameter hat hohe Aussagekraft zur Konzeptionswahrscheinlichkeit“
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass man mit wenigen Parametern die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft innerhalb des nächsten Jahres abschätzen kann. Diese Daten müssen vorliegen, um die beste Behandlungsmöglichkeit für das kinderlose Paar vorzuschlagen. Ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft aufgrund der erfassten Parameter hoch, kann man mit konsequenten konservativen Maßnahmen auf Ebene der gynäkologischen Praxis die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft optimieren. Ergibt sich eine schlechte Konzeptionswahrscheinlichkeit, verbessert die umgehende Vorstellung in einer IVF Praxis die Behandlungsmöglichkeiten und verkürzt die Zeit bis zur Anwendung der assistierten Reproduktion.

4. Was passiert nach der erfolgten Anfrage? Welche Möglichkeiten gibt es?

UK: Das Problem bei einer Kinderwunschbehandlung besteht darin, dass auch unter optimalen Voraussetzungen pro Monat nur mit einer Schwangerschaftsrate von rund 25 % gerechnet werden kann. Dies setzt eine gewisse Beobachtungs- oder Behandlungszeit voraus, um die Geburt eines gesunden Kindes zu erreichen. Dies ist auch der Grund, warum man erst nach einem Jahr ungeschützten Verkehrs ohne Schwangerschaft von einer Infertilität spricht. Gibt es leichte Einschränkungen bei der Eireifung mit verminderter Lutealqualität, eingeschränkten Ejakulatparametern oder peritonealen Störungen, kann hier eine konsequente Behandlung je nach Ausmaß der Störung auch mit konservativen Therapieformen eine Schwangerschaft erreicht werden, ohne Maßnahmen der assistierten Reproduktion in den Vordergrund zu stellen. Ob dies möglich ist, wird nach der ersten Konsilanfrage zu entscheiden sein. Daraus kann sich eine Stimulationsbehandlung mit Clomifen oder Letrozol ableiten, ebenso wie eine Inseminationsehandlung im Spontanzyklus oder eine operative Maßnahme zur Sanierung einer Endometriose oder von Verwachsungen.

MB: „Zeitnahe Kommunikation und Ableiten einer Empfehlung“
Nach der erfolgten Anfrage werden die eingereichten Befunde ausgewertet. Wo erforderlich werden weitere Untersuchungen angeregt. Bei ausreichender Grundlage werden Therapieempfehlungen ausgesprochen, welche entweder am Heimatort umgesetzt werden können oder doch eine Vorstellung im Reproduktionsmedizinischen Zentrum erforderlich machen.

5. Wie werden die Anfragen im Telekonsil honoriert? Welche Krankenkassen erstatten dieses telemedizinische Konsil für ihre Patientinnen?

KD: In der Summe kann ein Behandlungsfall im Vertrag für eine Praxis eine zusätzliche Vergütung von 82,00 € auslösen. Die meisten der BKKen nehmen bereits am Selektivvertrag teil, und es bleibt anzunehmen, dass bei erfolgreichem Start weitere BKKen dazustoßen werden.

UK: Neben den üblichen EBM Ziffern, die regelrecht über die KV abzurechnen sind, werden die einzelne Leistungspositionen des Kinderwunschkonsils zusätzlich extrabudgetär vergütet. Für das Einschreiben einer Patientin erhält der Gynäkologe einmalig 12 € (EINSCHREIB). Für die 1. Anfrage an den Spezialisten (KIWU1GYN) erhält der Frauenarzt 35 €, für das Monitoring der Zyklen (KIWUMONI), um den Effekt der Beratung zu verfolgen, erfolgt für 3 Zyklen ein Honorar von 15 €. Um danach das weitere Prozedere festzulegen, wird für die Anfrage zur Folgebewertung der eingeleiteten Maßnahmen (KIWU2GYN) ein Honorar von 20 € gezahlt. Insgesamt summieren sich diese extrabudgeteren Zuwendungen der teilnehmenden BKKs auf 82 € pro teilnehmende Patientin.

Die Zentren erhalten die gleiche Honorierung für die konsiliarisch Tätigkeit (KIWU1REPRO) 35 € und 20 € für die abschließende Bewertung (KIWU2REPRO)

6. Welche Bedeutung hat dieses erste telemedizinische Konsil in der Gynäkologie für die Verbände und insbesondere für die Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Gynäkologen und Reproduktionsmedizinern? Gibt es hier auch Chancen für eine sektorenübergreifende Kooperation?

KD: „Das Projekt hat für uns alle Pilot- und Vorreiter-Charakter“
Dieses Projekt ist in seiner Art eine Premiere für den BVF – es kann wegweisend sein, fachübergreifenden Nutzen bringen und einen hohen Vorzeige- und Zukunftswert haben. Das Konsil setzt an einem wichtigen und zugleich komplexen Schwerpunkt des Fachgebietes an, der Endokrinologie. Nach den Abrechnungen werden ca. 2 von 3 Diagnosen nach ICD-10 kodiert, die direkt oder indirekt endokrinologischen Bezug haben.
Es ist für unser Fachgebiet eine echte Innovation: 100 Prozent digitale Abwicklung auf einer sicheren Basis, einem fachlich hohen Niveau, mit zielgerichtetem Austausch unter Kollegen und ressourcenschonendem Vorgehen – sei es bei der Bürokratie und Dokumentation bis hin zu einer optimierten medizinischen Versorgung. Das Projekt hat für uns alle Pilot- und Vorreiter-Charakter und wir können das nutzen, um für uns erste Erfahrungen in der Telemedizin zu machen. Weitere Entwicklungen werden kommen und es sind alle Kolleginnen und Kollegen eingeladen, die ersten Schritte dieses großartigen Projektes gemeinsam zu gehen.

UK: Aus Sicht des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren (BRZ) bietet das telemedizinische Konsil die Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit der großen Zahl niedergelassenen Gynäkologen zu verbessern. Durch den direkten Kontakt zwischen Zentrum und Praxis lässt sich eine individuelle Therapieplanung zu nutzen der Patienten erzielen.
„Interdisziplinär Ausnahmeziffern für die Abrechnung erwirken“
Wenn man die Möglichkeiten in den Praxen im Vorfeld für eine optimale Betreuung ungewollt kinderloser Patienten nutzen will, muss aber auch sichergestellt werden, dass Abrechnungsmöglichkeiten bei der speziellen Hormondiagnostik kinderloser Paare nicht zu Lasten des Laborbudgets gehen. Hier sieht der BRZ die Notwendigkeit, gemeinsam mit dem Berufsverband der Frauenärzte wieder eine Ausnahmeziffer für die Abrechnung bestimmter Laboruntersuchungen bei Kinderwunschbehandlungen ohne Budgetanrechnung, zu fordern. Zusammen mit den Urologen wird man darüber hinaus an einer ausreichenden Honorierung für die Erstellung eines Ejakulates nach den Richtlinien der Bundesärztekammer kämpfen müssen. Dass dabei auch eine Untersuchung des männlichen Partners durch entsprechende Fachärzte im Rahmen der Kinderwunschbehandlung unabdingbar ist, versteht sich von selbst. Der Patient bei der Kinderwunschbehandlung ist nämlich nicht Mann oder Frau, sondern das Paar als Gesamtheit.

MB: „Kooperation ist die Zukunft“
Wie alle ersten Schritte eröffnet auch dieses erste telemedizinische Konsil in der Frauenheilkunde große Chancen. Idealer Weise werden alle Teilnehmer dabei profitieren – die niedergelassenen Frauenärzte, die Reproduktionsmedizinischen Zentren und ganz besonders unsere gemeinsamen Patientinnen. Wie alle ersten Schritte wird auch das erste telemedizinische Konsil in der Frauenheilkunde in der täglichen Praxis weiterentwickelt und optimiert werden. Dies wird ein Evolutionsprozess und kein finaler Endpunkt sein. Dieser Evolutionsprozess wird notwendige wichtige Erkenntnisse und Anregungen liefern, auch andere Themenfelder in weitere noch zu entwickelnde telemedizinische Konsile einzubinden. Im Laufe der eines solchen Evolutionsprozesses kann auch ein sektorenübergreifendes Modell entstehen. Hier denke ich besonders an onkologische Fragestellungen, die operative Gynäkologie bis hin zur Geburtshilfe. Kooperation ist die Zukunft – zum Wohle unserer Patientinnen!

7. Wie sieht die weitere Entwicklung aus? Werden weitere Krankenkassen teilnehmen?

KD: Die vollständige digitale Kommunikation kann auf bestehende und künftige Selektivverträge positiven Einfluss nehmen. Weitere Krankenkassen werden dazukommen, da bin ich mir sicher, denn Konkurrenz belebt auch dort das Geschäft … Die Inhalte sind dabei nicht in Stein gemeißelt. Die Vertragspartner werden in einem Beirat die Durchführung beobachten und mit Blick auf die Versorgungssituation erforderlichen Verbesserungen und der Fortentwicklung des medizinischen Wissens Rechnung tragen.

UK: Die Passion der Reproduktionsmedizin mit der Ökonomie verbinden
Das Kinderwunschkonsil der beigetretenen BKKen ist ein Baustein zur Verbesserung der Kinderwunschbehandlung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Wegen der großen Zahl der Gynäkologen und ihrer tragenden Rolle als ersten Ansprechpartner für die Beratung ungewollt kinderloser Frauen, messen wir dieser Vereinbarung eine große Bedeutung zu. Durch eine gelungene frühzeitige Kooperation können BRZ-Praxen ihre Patientinnen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt abholen und dadurch eine optimale Unterstützung bieten. Eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung setzt genau hier an, sodass es für die BRZ Praxen nicht nur eine Ehrensache sein sollte, ihre Patienten bereits hier abzuholen. Mit dem Konsil verbinden wir zum ersten Mal im Fachgebiet der Gynäkologie Ärzte und Patientinnen miteinander, um die medizinische Versorgung und die Teilhabe am medizinischen Fortschritt für alle Beteiligten zu sichern. Für die teilnehmenden BRZ-Praxen gibt es anschließend ergänzend die Möglichkeit, wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft worden sind, im Rahmen eines Selektivvertrages zusätzliche Unterstützung für die betroffenen Paare zu erreichen, wenn sie einer beteiligten BKK angehören. Einzelheiten können dazu unter BKK Kinderwunsch – Informationen für die Zentren eingesehen werden: https://www.bkk-bayern.de/versicherte/bkk-fuer-familien/

Wir danken allen Beteiligten sehr für die Zeit, die sie sich für die Beantwortung der Fragen genommen haben!

FFP2-Masken

Seit dem 15. Dezember können sich  besonders gefährdete Menschen in der Corona-Pandemie kostenlos drei Mund-Nasen-Masken in der Apotheke abholen.
Im Laufe des Januar erhalten die Anspruchsberechtigten per Post zwei Coupons für jeweils sechs FFP2- oder vergleichbare Masken, die gegen eine Eigenbeteiligung von zwei Euro eingelöst werden können. Weiterlesen “FFP2-Masken”