Rascher Arzttermin per Gesetz

Terminservicestellen starten am 23. Januar 2016

Sollten Versicherte in dringlichen Fällen lange auf einen Facharzttermin warten müssen, dann gib es ab Ende Januar eine Alternativlösung.

Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vom 16. Juli 2015 verpflichtet die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ab Ende Januar 2016 zur Einrichtung von Terminservicestellen für die zeitnahe und angemessene Behandlung durch einen Facharzt. Sie sollen Patienten mit einer Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt vermitteln.

Darauf müssen die Versicherten achten

Und so soll es funktionieren: Der Patient holt sich eine Überweisung vom Arzt mit dem Hinweis auf Dringlichkeit, er ruft bei der Terminservicestelle der Kassenärzte (KVen) an und innerhalb von vier Wochen bekommt der gesetzlich Krankenversicherte seine Behandlungstermin beim Facharzt. Für Termine beim Augenarzt oder beim Frauenarzt ist keine Überweisung notwendig, um den Terminservice in Anspruch zu nehmen.

Wer also Rücken hat oder wegen einer Herzkreislauferkrankung einen Facharzt aufsuchen will, muss zunächst seinen Hausarzt aufsuchen, um sich zum Orthopäden oder Kardiologen überweisen zu lassen. Erst dann kann der Patient den Terminservice in Anspruch nehmen. Gelingt es dem Terminservice nicht, innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu vermitteln, muss die Kassenärztliche Vereinigung der Länder einen ambulanten Behandlungstermin in einem zugelassenen Krankenhaus anbieten.

Zumutbare Terminvermittlung

Die Entfernung zum Facharzt muss zumutbar sein: Dabei gilt eine Entfernung zu allgemeinen Fachärzten, wie beispielsweise Haut-, Frauen-, oder Augenärzten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von bis zu einer halben Stunde als zumutbar. Bei spezialisierten Fachärzten, wie beispielsweise Fachinternisten oder Radiologen, gilt eine Stunde als zumutbar.

Ausgangspunkt für die Minutenregel ist jeweils der nächstgelegene geeignete Facharzt. Wenn also beispielsweise der nächstgelegene geeignete Augenarzt (der jedoch keinen Termin hat) 20 Minuten entfernt ist, dann wäre eine Entfernung zu dem von der Terminservicestelle vermittelten Augenarzt von bis zu 50 Minuten akzeptabel.

Natürlich können sich Versicherte auch weiterhin selbst um einen Facharzttermin bemühen; sie sind nicht verpflichtet die Terminservicestellen zu nutzen.