Expertenchat am 11.11.2019: Umgang mit Alkohol

Alkohol gehört in unserer Gesellschaft oft dazu. Schnell kann es da passieren, die Kontrolle über den eigenen Alkoholkonsum zu verlieren. Ist Ihr Umgang mit Alkohol der richtige? Wie schaffen wir es, bewusst und verantwortungsvoll mit Alkohol umzugehen? Unser Experte steht Ihnen dazu Rede und Antwort am 11. November 2019 um 20:30 Uhr.

Unser Experte:

Werner Brose ist Dipl. Sozialpädagoge und seit 29 Jahren in der Suchthilfe tätig, davon 21 Jahre in der Beratungspraxis. Als Bereichsleiter Beratung, Therapie und Familienhilfen bei der vista gGmbH, einem Verbund für integrative soziale und therapeutische Arbeit mit dem Schwerpunkt Suchtarbeit an 14 Standorten in Berlin, bietet er zusammen mit seinen Mitarbeitern eine faktenbasierte Beratung und macht sich dafür stark, Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörigen neue Perspektiven aufzuzeigen und bei Veränderungswünschen zu unterstützen.

Vista-Beratungsstellen stehen in jedem Berliner Bezirk mit Sprechstunden zur Verfügung, die werktags, ohne Vorbedingung und auf Wunsch anonym, angeboten werden.

Interview:

Frage: Laut dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht trinkt jeder Sechste in Deutschland Alkohol in riskanten Mengen. Was können gute Gründe dafür sein, meinen Konsum einzuschränken?

Signale, auf die Sie achten sollten, können körperlicher oder psychischer Art sein. Wenn Sie sich während des Alkoholgenusses oder am Morgen danach nicht wohl fühlen, sind dies deutliche Anzeichen. Auch wenn Sie merken, dass es Ihnen zeitweilig oder wiederholt schwerfällt, den Alkoholkonsum in verträglichen Mengen zu halten, empfiehlt sich ein achtsamer Umgang und z.B. das Einlegen von Kosumpausen.

Erkrankungen wie z.B. Diabetes oder Wechselwirkungen mit Medikamenten können eine Reduktion oder einen zeitweiligen Verzicht erforderlich machen. Abgesehen davon gibt es Situationen, z.B. im Straßenverkehr, während der Arbeit oder während der Schwangerschaft oder Stillzeit, in denen der Verzicht auf Alkoholkonsum selbstverständlich sein sollte.

Frage: Was kann ich tun, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Alkoholkonsum nicht ganz unbedenklich ist?

Sie selber sind Experte / Expertin – achten Sie auf Ihre Selbstwahrnehmung oder Hinweise, die Ihnen Menschen in Ihrer Umgebung geben. Gehen Sie bewusst mit dem Konsum um, legen Sie regelmäßige Konsumpausen ein. Informieren Sie sich und sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder konsultieren Sie Ihre örtliche Suchtberatungsstelle. Ein Gespräch mit einem Experten/einer Expertin kann Ihnen zu mehr Klarheit verhelfen und Anregungen für eine gewünschte Veränderung geben.

Frage: Ich mache mir Sorgen wegen eines Menschen, der mir nahesteht und der aufgrund seines Alkoholkonsums Probleme hat. Wie kann ich ihn unterstützen?

Empfehlenswert ist es, Wahrnehmungen und möglicherweise bestehende Sorgen auszusprechen, dabei jedoch auf Vorwürfe und vorschnelle Ratschläge zu verzichten. Achten Sie aber auf Ihre eigenen Grenzen und machen Sie diese deutlich, wenn es um als unangenehm empfundenes Verhalten geht. Auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA; www.kenn-dein-limit.de) finden Sie neben einem Selbsttest detaillierte Antworten auf viele Fragen rund um das Thema Alkoholkonsum.