Expertenchat am 8. Juli 2019: Gesunder Schlaf

Gesunder Schlaf ist der Wächter über unsere Gesundheit. Doch viele bekommen zu wenig: Der moderne Lebenswandel mit einer hohen Stressbelastungen und andere Faktoren sind mögliche Ursachen. Was fördert gesunden Schlaf, was kann man bei Schlafproblemen tun? In unserem Expertenchat am 8. Juli 2019 werden alle Ihre Fragen zum Thema gesunder Schlaf beantwortet.

Unser Experte:

Dr. med. Sebastian Herberger ist Arzt mit Schwerpunkt Kardiologie und Schlafmedizin in der Charité Berlin. Nach dem Studium in Würzburg und Berlin hat er im Rahmen seiner internistisch-kardiologischen Facharztausbildung Stationen in München (TUM, KMB) und Paris (Hopital Georges Pompidou) absolviert. Zur Spezialisierung in der Schlafmedizin ist er zurück an seine alma mater, der Charité in Berlin gekommen, wo seine Tätigkeit neben der Patientenversorgung klinische und experimentelle Forschung beinhaltet.

Interview:

Warum ist guter Schlaf so wichtig? 

Schlaf ist ein komplexer und essentieller Teil der Homöostase, d.h. der körperlichen Selbsterhaltung fast aller Lebewesen. Der Mensch ist ohne Schlaf nicht lebensfähig. Als hochkomplexes Lebewesen hat er diverse Organe und Systeme, wie z.B. das kardiovaskuläre System oder das zentrale Nervensystem, die durch Schlaf erst wichtige Funktionen erreichen können. Störungen des Schlafes wirken sich daher nicht nur auf die Tagesform des Betroffenen aus, sondern können eine Vielzahl von weiteren körperlichen und psychischen Erkrankungen verursachen. Gleichzeitig sind Schlafstörungen auch häufig Folge solcher Erkrankungen. Gesunder Schlaf ist für die Leistungsfähigkeit und Gesundheit also essentiell – umso schlimmer, dass der Schlaf in unserer Zeit trotzdem immer weniger, und tendenziell eher schlechter wird, wie zahlreiche Untersuchungen gezeigt haben..

Ab und zu mal eine schlechte Nacht kennt wahrscheinlich jeder. Wann muss ich mir um meinen Schlaf Sorgen machen?

Grundsätzlich muss man sich fragen, ob der Schlaf erholsam ist, und man tagsüber leistungsfähig ist. Wenn die Antwort nein ist, und eine Schlafstörung länger als wenige Wochen, also für längere Zeit anhält, und die Beschwerdesymptomatik so ausgeprägt ist, dass die Tagesform dadurch beeinträchtigt ist, sollte medizinische Hilfe hinzugezogen werden. Die Individuelle Toleranz für solche Beschwerden variiert zwischen Patienten sehr stark- generell sollte man allerdings lieber früher als später zum Arzt gehen, und am besten gleich zu einem Schlafmediziner.

 

 Was kann ich bei Schlafproblemen selbst ändern, wann braucht man einen Arzt?

Je nachdem, welches das Problem ist, versuchen Betroffene i.d.R. bereits von alleine Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Schlaf zu verbessern. Dabei gibt es viele Möglichkeiten und Details, sein Verhalten oder seine Umgebung zu verändern, die zu besserem Schlaf führen können. Wenn die Maßnahmen allerdings nicht fruchten, der Schlaf weiter nicht erholsam ist, dann sollte eine schlafmedizinische Beurteilung durch einen Spezialisten erfolgen.