Expertenchat am 8. Mai 2017 zu Bewegung

Expertenchat_05_Bild

Fit und gesund: Mehr Motivation für Bewegung im Alltag

Mehr Bewegung würde Ihnen guttun? Dann kommen unsere Tipps ja wie gerufen! Denn Bewegung ist heute nicht mehr selbstverständlich: Im Extremfall geht es vom Fahrstuhl in den Autositz, von dort in den Bürostuhl und abends denselben Weg zurück vor Fernseher oder Computer. Wer nicht gegensteuert, riskiert Gesundheit und Wohlbefinden. Dabei gibt es auch ohne Fitnessstudio genügend Möglichkeiten, körperliche Aktivität in den Alltag zu integrieren. Was Sie tun können, um sich zu mehr Bewegung im Alltag zu motivieren erfahren Sie in unserem Expertenchat am 08. Mai 2017 von 20.30 Uhr bis 22.00 Uhr.

Der Experte

Karsten Sobottka, M.Sc. hat in Hamburg und Münster Oecotrophologie studiert. Im Zuge seiner Masterthesis beschäftigte sich Herr Sobottka mit den Perspektiven der betrieblichen Gesundheitsförderung. Zudem absolvierte er diverse Fortbildungen der Bewegungswissenschaft. Bereits während seines Studiums arbeitete er als Fitness Coach und sammelte Erfahrungen in der Erstellung von spezifischen Trainingsplänen und in der Durchführung von Kleingruppentrainings. Heute bietet Herr Sobottka als zertifizierter Personal Trainer & Food Coach Individualbetreuung in den Themen Sport und Ernährung an.

Interview

Warum sollte man auch im Alltag in Bewegung bleiben?

Ganz einfach: Dafür sind wir gebaut! Unser Körper braucht Bewegung, um gesund zu bleiben. Viele unserer Gelenkstrukturen – etwa Knorpel und Bandscheiben – werden nicht aktiv durchblutet. Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt hier zum Großteil über die Bewegung. Man kann sich das wie bei einem Schwamm vorstellen, beim Zusammenpressen werden Abbauprodukte ausgeschwemmt, beim darauffolgenden Aufsaugen neue Nährstoffe aufgenommen. Wer hier lange rastet, der rostet.

Woran merkt man, dass man sich zu wenig bewegt?

Tatsächlich ist es in den allermeisten Fällen der Rücken, der sich zuerst meldet. Aber auch Knieprobleme entstehen oft durch zu wenig Bewegung. Die meisten Beschwerden des Bewegungsapparats entstehen in unserer „Bürowelt“ durch einen Mangel an gesunden Belastungen, nicht durch Überlastungen. Langfristig lässt sich natürlich auch im Spiegelbild oder an den steigenden Kleidergrößen erkennen, dass ein wenig Bewegung guttun würde.

Können Sie uns einen konkreten Tipp für mehr Bewegung in einer Alltagssituation geben?

Mein Tipp Nr. 1 für den Büroalltag: Schaffen Sie sich ein luftgefülltes Ballkissen an. Das klingt zunächst etwas merkwürdig, und auch von Ihren Kollegen werden Sie vielleicht den einen oder anderen irritierten Blick ernten. Aber: Ihr Rücken wird es Ihnen schnell danken. Das wackelige Kissen sorgt dafür, dass Ihre Rückenmuskulatur permanent arbeiten muss, die Strukturen in Bewegung bleiben und Schmerzen reduziert werden.

In welchen Jobs ist man besonders gefährdet, sich zu wenig zu bewegen?

Wie schon erwähnt, sind es hierzulande vor allem die klassischen Bürojobs, die zu Problemen führen. Aber auch Jobs mit sehr einseitigen Bewegungsmustern können problematisch werden. Denken Sie beispielsweise an die Kassiererin im Supermarkt, die acht Stunden am Tag Waren von rechts nach links bewegt. Die Gegenbewegung fehlt hier völlig, langfristig entstehen auch hierdurch oft Dysbalancen und Haltungsschmerzen.

Kann man durch einen aktiven Alltag ein ganzes Workout ersetzen?

Nun ja, das kommt immer auf das selbstgesteckte Ziel an. Sicher lassen sich durch einen aktiven Alltag viele gesundheitliche Vorteile erreichen. Einfach mal einen Spaziergang einlegen, Treppen steigen statt den Aufzug zu rufen und auch mal zu Fuß zum Supermarkt gehen – das hilft dabei, den Körper in Schwung zu halten. Bestehen jedoch bereits gesundheitliche Probleme oder verfolgt man bestimmte sportliche Ziele, ist ein gezieltes Workout erfolgsversprechender.